Fussball Stammtisch
Mittwoch, 22. Februar 2012
Treffpunkt: 19:30

Fussball Stammtisch
Dienstag, 7. Februar 2012
Treffpunkt: 19:30

Fussball Stammtisch
Mittwoch, 25. Januar 2012
Treffpunkt: 19:30

Das Jahresende naht. Da steht wieder ein Besuch in der Haltestelle an.

Mit Sicherheit eines der besten Restaurants in Oberösterreich. :-)

Eine gepflegte Suppe gehört dazu.

Die höchst intelLE(C)Ktuelle Tagespresse des heutigen Tages.

wiener schnitzel vom schwein kaiserteil

Wiener Schnitzel vom Kaiserteil. Leider wurde beim Reis gespart. Der war schnell weg.

Suppe, Schnitzel mit gemischten Salat und ein 1/8 Rotwein: 20 Euro inklusive Trinkgeld.

Fussball Stammtisch
Dienstag, 10. Januar 2012
Treffpunkt: 19:30

Fussball Stammtisch
Montag, 19. Dezember 2011
Treffpunkt: 20:30

Rapid Wien – Wacker Innsbruck 0:0
Hanappi Stadion, 15.300 Zuschauer, Schiedsrichter Drachta

Rapid Wien: Königshofer – Schimpelsberger, Sonnleitner, Pichler, Katzer – Heikkinen, Prager (75./Salihi) – Trimmel (88./Gartler), Hofmann, Drazan (55./Nuhiu) – G. Burgstaller

Wacker Innsbruck: Safar – Dakovic, Kofler, Svejnoha, Hauser – Abraham – Schütz, Merino, Hackmair, Wernitznig (67./Ildiz) – Burgic

Gelbe Karten: Trimmel, Burgstaller bzw. Kofler

Am Ende des Jahres war es wieder einmal an der Zeit, Sky Austria Sky Austria sein zu lassen, und den gemütlichen Fernsehsessel zu Hause dem bitterkalten Metallstuhl des Hanappi Stadions einzutauschen.

Um dem besonderen Tag anspruchsvoll zu huldigen, wurde der Tourismusattraktion Hadersdorf schon am frühen Nachmittag ein Besuch abgestattet. Die kunstvoll gestalteten Gebäude aus der Kaiserzeit sind mit Sicherheit immer eine Reise wert. Auch der Gourmettempel mit dem klangvollen Namen “Felsenkeller” weiss zu gefallen. Weiter ging es dann mit der Eisenbahn nach Hütteldorf.

Das Warten auf dem Zug in Wien Hadersdorf. Eine Toilette gibt es übrigens am gesamten Bahnhofsareal keine. Dafür glänzt die ÖBB mit schnittigen Beschriftungen der Schilder.

In Hütteldorf angekommen herrschte schon reger Betrieb am Bahnhof. Der Augustin Verkäufer pries mit flotten Sprüchen seine Ware an, und ÖBB Info Mitarbeiterinnen lächelten fröhlich neben den Fahrkartenautomaten. Ob das ein Zeichen der neuen Westbahn Konkurrenz war, der schon mal einen Tag vor Geschäftsantritt seinen Schatten vorauswarf?

Vorbei am Stagshead und ein kurzer Blick in den “Fanshop”. Der war gerammelt voll. Kein Platz zum Stehen. Also wieder zurück auf die Strasse.

Plötzlich rauscht der Spielerbus der Innsbrucker vorbei. Na, wenn man schon mal in der Nähe ist, sollte man sich den Einmarsch der Gladiatoren des runden Leders aus dem heiligen Tiroler Lande auch schon mal anschauen.

Besondere Erheiterung unter den Rapid Fans sorgte allerdings der Schriftzug am Spielerbus der Tiroler. “Der Tiroler Traditionsverein am Tivoli” soll mit diesem Bus angeblich transportiert werden. Also ein Verein den es unter diesem Namen und dieser Zusammenstellung als Nachfolger des “FC Wacker Tirol” erst seit 2007 gibt, wird bereits als “Traditionsverein” angesehen. Sowas gibt es wohl auch nur in Österreich. 4 Jahre Tradition, naja, immerhin.

Unter Ordner und Polizeieinsatz schreiten die Innsbrucker vom Spielerbus in ihre Kabinen. Im Bild Szabold Safar, der hungarische Hexer aus der Pannonischen Tiefebene. Das Strahlen der weiblichen Rapid Anhängerinnen im Hintergrund spricht Bände. Würde er auf seine alten Tage noch zu Rapid wechseln, wären ihm wohl die grün-weissen Damenherzen sicher.

Anschliessend ging es entlang der Deutschordenstrasse in Richtung Nordtribüne. Die trotz Rapid Spiel relativ von Menschen geleerte Deutschordenstrasse zeigte sich an diesem kalten Samstag Nachmittag in ihrem ganzen Charme als melancholische Kulisse eines Wiener Vorstadtbezirkes.

Beim Stadioneingang musste man sich einer doppelten Ordnerkontrolle unterziehen. Durchsucht wurde trotzdem nur lustlos und halbherzig. Im Prinzip hätte man alles mögliche reinschmuggeln können. Dies zeigte wiedermal dass diese Kontrollen lediglich als Feigenblatt dienen. Grundsätzlich bin ich ja gegen Kontrollen, zumindest auf den Haupttribünen, schliesslich werde ich ja auch nicht abgegriffen wenn ich ein Lichtspielhaus oder eine Theaterveranstaltung besuche. Und Ausschreitungen bzw. Anschläge gab es bei Theatervorführungen ja auch schon. Man erinnere sich an die Aktion der schwarzen Witwen in Moskau, oder die Ermordung von US-Präsident Abraham Lincoln. Beide Fälle fanden ebenso in Theaterhäusern statt, aber jetzt besteht die Gefahr zu ausschweifend zu werden. Bleiben wir also lieber beim heutigen Spiel.

1 1/2 Stunden vor dem Anpfiff war noch nicht viel los. Nachwuchskicker vertrieben sich ihre Zeit mit einem Spiel auf kleine Tore. Besonders intelligent die Dressenwahl der Mannschaften. Spielte auf der einen Hälfte zumindest Rot gegen Weiss/Helles Orange (Bild), so war es auf der anderen Hälfte ein Hellrot gegen Dunkelorange. Absolut genial!

Gemächlich schritt man zu den Plätzen. Diese befanden sich unter dem Abgang 24.

Auch interessant, die VIP Plätze der Nordtribüne.

Beim Anpfiff war das Spiel schon relativ gut gefüllt. 15.300 waren es am Ende. Kurz nach dem Anpfiff strömten aber noch eine Unmenge an Leuten in den Sektor. Ich vermute der Ordnerdienst hat die Kontrollen beim Eingang noch weiter gelockert, damit die Leute nicht zuviel vom Spiel verpassen. Ein weiteres Mal könnte man daher die Sinnhaftigkeit solcher Kontrollen in Frage stellen, ich lasse es aber bleiben.

Das Spiel beginnt und der heute unsichere Sonnleitner rückt Milan Burgic zu Leibe.

Die Innsbrucker Fans waren auch zahlreich mitgereist und sangen fleissig ihre Lieder. Das war keine schlechte Vorstellung. Bravo!

Thomas Prager mit einem Verlegenheitsabspiel im Mittelfeld. Ich würde ihm wieder eine solide Leistung attestieren, freilich ohne geglänzt zu haben.

Ein Rapid Fan möchte den Gästen aus Tirol die Hand schütteln und wird von der Polizei unsanft zurückgehalten. So enden Fanfreundschaften bevor sie noch begonnen haben.

Rapid Verteidiger Harald Pichler klärt eine selbstverschuldete kritische Situation dann doch noch souverän.

Max Morlock Stadion jetzt! Da kann ich nur beipflichten.

Alexander Hauser (?) der das Fussballerhandwerk in den Jahren 2000 bis 2002 bei den Glasgow Rangers gelernt hat, versucht es einmal mit einem Schuss aus der Distanz.

Für Rapid war es das erwartet schwere Spiel gegen die Innsbrucker. Nicht selten kamen die Gäste zu guten Einschussmöglichkeiten. Aber der neue Schlussmann im Gehäuse der Gastgeber strahlte eine beneidenswerte Sicherheit aus.

Es war an diesem Nachmittag im Dezember wirklich bitterkalt, und so versuchten sich die Gäste aus Innsbruck mit Pyrotechnik aufzuwärmen.

Als es gegen Ende immer noch 0:0 stand, begann man sich mit einer torlosen Punkteteilung abzufinden. Rapid Trainer Peter Schöttel fiel wieder nur durch Panikwechsel auf, so brachte er, wie schon beim trostlosen 0:0 letzte Woche in Kapfenberg, abermals 4 Stürmer (Burgstaller, Gartler, Nuhiu, und Salihi). Aber anstatt mit diesem 4-2-4 mit langen Bällen das nicht mehr vorhandene Mittelfeld zu überbrücken und die Entscheidung so zu erzwingen, spielte man weiter im alten Trott und verlor die Bälle meist wieder im Mittelfeld bevor man noch gefährlich vor dem Tor der Innsbrucker auftauchen konnte. Auch mit dem Schusstraining scheint vieles falsch zu laufen, denn die Distanzschüsse der Grün Weissen spotteten wirklich jeder Beschreibung. Also wenn man sich schon nicht Torchancen herausspielen kann, dann sollte es zumindest mit den Weitschüssen besser klappen. Zumindest konnte man in den letzten Minuten einige Ecken herausholen, die aber im Endeffekt auch nichts einbrachten.

Wieder einmal versucht es Hofmann über die linke Seite, aber die Abwehrmauer der Innsbrucker steht zu gut, um hier etwas zuzulassen.

Kurz vor dem Ende gab es dann auch noch ein Wiedersehen mit dem Augustin Verkäufer.

Eine der letzten Chancen des Spiels. Rene Gartler vertändelt …

Schlusspfiff! Das war’s. Völlig durchgefroren machte man sich auf den Weg nach Hause.

Vorher ging es aber noch zum Hütteldorfer Griechen auf einen würzigen Imbiss.

Naja, was soll man sagen zum Spiel. Die Innsbrucker waren über 90 Minuten sicher ebenbürtig und haben sich den Punkt redlich verdient. Nach dem Spielverlauf muss man als Rapidler mit dem Punkt sogar zufrieden sein, denn mit etwas Pech in der Verteidigung hätte man dieses Spiel auch verlieren können. Etwas unverständlich daher auch das gellende Pfeifkonzert nach dem Schlusspfiff. Sicher ist ein Unentschieden zu Hause gegen Innsbruck zu wenig wenn man dauerhaft vorne mitspielen möchte, jedoch hat sich die Mannschaft bemüht. Es war fussballerisch aber nicht mehr drinnen. So ehrlich muss man sein. Die Innsbrucker wissen wie man Fussball spielt, und mir war vor dem Spiel schon klar dass man heute eine sehr gute Leistung abrufen muss um den Platz als Sieger zu verlassen. Eine gute bis passable Leistung reichte meiner Ansicht nach eben nur zu einem Punkt. Das ist alles ganz natürlich und erklärlich. Vom Spielermaterial her sehe ich deshalb zwischen Rapid und Innsbruck auch keine himmelhohen Unterschiede.

Fussball Stammtisch
Montag, 12. Dezember 2011
Treffpunkt: 20:00

Fussball Stammtisch
Mittwoch, 30. November 2011
Treffpunkt: 19:30

Fussball Stammtisch
Dienstag, 15. November 2011
Treffpunkt: 19:30

ACHTUNG!!!

Stammtisch abgesagt!

ACHTUNG!!!

Fussball Stammtisch
Mittwoch, 2. November 2011
Treffpunkt: 19:30

Fussball Stammtisch
Dienstag, 18. Oktober 2011
Treffpunkt: 19:30

Racing Santander – Real Madrid
Mittwoch, 21. September 2011 – 20:00
Quoten: 13,00 – 6,50 – 1,20
Tipp 2 AH -1,5 … Quote: 1,57

Real sollte nach der letzten Heimpleite gegen Levante motiviert in diese Partie gehen.

Racing Santander hatte 4 von den letzten 5 Spielen keinen Torerfolg zu verzeichnen, und soll im heutigen Spiel auch ersatzgeschwächt antreten. Dass Real Madrid hoch gewinnen kann, haben sie heuer schon öfters bewiesen: 8:1 zu Hause gegen Almeria, und 6:0 bei Saragossa.

Real Madrid sollte mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen.

Racing Santander – Real Madrid 0:0
Schön langsam wird es blamabel hier. Schon wieder verloren.

WETTE VERLOREN!

© Bild: Ron Sumners | Dreamstime.com

Fussball Stammtisch
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Treffpunkt: 19:30

+++ ACHTUNG! +++ ACHTUNG! +++ +++ ACHTUNG! +++ ACHTUNG! +++

Stammtisch wurde abgesagt! Neuer Termin wird so früh wie möglich bekanntgegeben.

+++ ACHTUNG! +++ ACHTUNG! +++ +++ ACHTUNG! +++ ACHTUNG! +++

Novara – Inter Mailand
Dienstag, 20. September 2011 – 20:45
Quoten: 5,50 – 3,50 – 1,70
Tipp 2

Inter Mailand ist seit 6 Spielen ohne Sieg. Heute muss man gewinnen, sonst dürfte die Luft für den Trainer dünn werden.

Novara ist der Aufsteiger in die Serie A, und hat heute sein erstes Heimspiel. In den beiden Auswärtspartien machte man eine nicht so schlechte Figur. 2:2 bei Chievo und 1:2 bei Cagliari.

Trotzdem müsste Inter das heute machen. Die Spieler stehen in der Pflicht!

Novara – Inter Mailand 3:1
War wohl wieder nichts. Inter Mailand bleibt auch im siebten Spiel in Serie ohne Sieg.

WETTE VERLOREN!

© Bild: Ron Sumners | Dreamstime.com

AIK Stockholm – Djurgarden
Montag, 19. September 2011 – 19:00
Quoten: 1,90 – 3,40 – 4,00
Tipp 1

AIK Heim: 10-0-2.
Djurgarden Auswärts: 2-1-8.

AIK Stockholm mit 5 Siegen aus den letzten 5 Spielen. Djurgarden nur mit einem Sieg aus den letzten 6 Spielen (4 Niederlagen – 1 Unentschieden).

Letzte Spiele:
AIK siegt auswärts bei Mjällby 2:0. Djurgarden gewinnt gegen Trelleborg zu Hause 4:3.

Djurgarden mit anfälliger Abwehr: in den letzten 6 Spielen erhielt man in jedem Spiel mindestens 2 Tore. AIK mit starker Abwehr. Nur 1 Gegentor aus den letzten 5 Spielen.

AIK Stockholm – Djurgarden 0:1
Der Aussenseiter Djurgarden gewinnt trotz 9(!) Minuten Nachspielzeit. Der Fussball ist schon verrückt!

WETTE VERLOREN!

© Bild: Ron Sumners | Dreamstime.com

ÖFB “Samsung” Pokalbewerb, 1. Runde

Samstag, 19:00
LASKL Juniors – Rapid Wien 0:7 (0:3)
Linzer Stadion, 1.000 Zuschauer, Schiedsrichter Jäger

Torfolge:
0:1 (24.) Salihi
0:2 (31.) Salihi
0:3 (34.) Gartler
0:4 (47.) Salihi
0:5 (52.) Salihi
0:6 (62.) Salihi
0:7 (83.) Gartler

Das Pokalspiel der ersten Runde stand an. Rapid traf auf die Juniors des LASKL. Da das Spiel nicht auf Sky übertragen wurde, musste ich mich wohl oder übel in das Stadion bequemen um Rapid am heutigen Tage sehen zu können. :-)

Der Andrang an den Stadiontoren hielt sich in Grenzen. Durchsucht wurde man vom aufmerksamen Ordnerdienst trotzdem. Vuurschrift is Vuurschrift. Meine Socken schienen es dem Ordnerjungen speziell angetan haben, denn er konnte seine Finger nicht mehr davon los bekommen. Schliesslich meinte er aber dann doch: “Passt!”, und ich konnte die ewige Baustelle der Stadt Linz betreten.

15 Euro zahlte man für einen Sitzplatz auf der ehemaligen Stehtribüne. Die Haupttribüne war ja immer noch gesperrt. Mit 15 Euro zeigte sich Herr Reichl ja richtig preisgünstig, oder wird der Eintrittspreis vom ÖFB vorgegeben? Letzteres würde mich nicht wundern. In der Meisterschaft zahlte man ja noch vor einigen Monaten bei LASKL gegen Mattersburg einen “Topzuschlag” beim Eintrittspreis. So gesehen kann man um die 15 Euro wirklich nicht meckern.

Zum Spiel ist eigentlich wenig zu sagen. Rapid dominierte, fand in den ersten 20 Minuten aber kein Rezept um den Abwehrriegel der Linzer zu knacken. Erst nachdem man die Linzer etwas aus der Reserve lockte, fand man den Raum um schnell und direkt nach vorne zu spielen. Dann fielen auch die ersten Tore, und je länger das Spiel dauerte, umso mehr Tore fielen.

Rapid begann mit einem 4-4-2 und dem neuen Novota im Gehäuse: Novota – Katzer, Sonnleitner, Patocka, Schrammel – Prokopic, Hofmann, Kulovits, Drazan – Salihi, Gartler. Am Anfang sah es aber nach einem 3-5-2 aus. Schrammel stand sehr offensiv, und so reichten auch 3 Mann in der Abwehr.

Die meisten Salihi Tore fielen durch Flanke und Kopfball immer nach dem gleichen Schema. Den Schlusspunkt setzte Gartler mit einem kolossalen Weitschuss aus etwa 40 Metern.

Für besondere Heiterkeit unter den Besuchern sorgte der Pausenclown, der auch als Stadionsprecher fungierte. Aus Prokopic wurde “Prokoptschi”. Aus Nuhiu (auf der Ersatzbank) ein “Nohiro”. Als er bei der Auswechslung von Prokopic den Namen richtig aussprechen konnte, erhielt er von den Rängen tosenden Applaus.

Was soll man sonst noch sagen? Den Sieg feierten wir im Gastgarten eines oberösterreichischen Edeltempels mit Trumer Bier und Apfelsaft.

Die Schöttel Bilanz kann sich bisher sehen lassen. 4 Pflichtspiele. 3 Siege, 1 Unentschieden, und ein Torverhältnis von 11:0!

Der erste Blick auf den neuen Stadionvorplatz.

Der futuristische Haupteingang. 25 Millionen Euro Kosten. In Holland bauen sie von so einer Summe eine nagelneue Fussballarena.

Es geht los! Die Mannschaften betreten das Spielfeld.

Steffen Hofmann bei einem Freistoss. Früher hat er besser geschossen.

Ein Spieler der LASKL Juniors, von den Zuschauern liebevoll “Kupferdachl” genannt, zeigt auf: “Bitte Herr Schiedsrichter ich weiss was!”

Ein schwach besetzter Rapid Sektor. Die Rapidler teilten sich aber im gesamten Stadion auf. Von den 1.000 Zuschauern dürften etwa 700 Rapidler gewesen sein. Linz ist eben derzeit mit LASKL und den Erfolgen von Blau Weiss Linz “fussballgesättigt”.

Rene Gartler stoppt sich mit dem Rücken zum Tor den Ball. Aus der Szene wurde natürlich nichts.

Rapid liess die LASKL Juniors kommen, und sie kamen. Dicke Luft bei einem Eckball. In den Gegenstössen fand Rapid dann viel Raum vor um passend zu antworten. Wenig später viel dann auch die 1:0 Führung.

Thomas Schrammel schaut auf. Langer Ball oder Sicherheitspass zum nächsten Mitspieler? Das war hier die Frage.

Der Torjubel zum 1:0 fiel etwas verhalten aus.

Blick vom Sektor 7 in Richtung Sektor 6.

Ein mir unbekannter Spieler der LASKL Juniors versucht den Ball loszuwerden.

Der neue Rapid Riese im Tor.

Rapid Torhüter Novota an der Flasche. “Er hat mich vor dem Abstieg gerettet”, meinte Ex-Rapidler und Neo-Coach der Hartberger Kurti Garger zum neuen Rapid Schlussmann, der aus der Slowakei geholt wurde.

Sprintrakete Katzer überläuft seinen Gegenspieler ohne mit der Wimper zu zucken.

Steffen Hofmann beim Freistoss, der leider wieder nichts einbringt.

Der Schuss ging in die Mauer.

1.000 Zuschauer beim einem Rapid Pflichtspiel. Der Pokalbewerb hat einfach keinen Stellenwert in Österreich.

Die Sommerpause ist vorbei, und die nächsten Qualifikationsspiele zur Fußball-Europameisterschaft 2012 bei den Gastgebern Polen und Ukraine stehen an. Im September geht es noch einmal heiß her, wenn Österreich jeweils gegen die Türkei und Deutschland antreten wird.

 Die österreichische Nationalelf hat bislang keine Kontinuität während der EM-Qualifikation bewiesen. Zwar hat die Nationalelf sehr gut begonnen, als sie im Herbst 2010 gegen Aserbaidschan und Kasachstan jeweils einen Sieg einholen konnte. Doch darauf folgten die Niederlage sowie ein Untentschieden gegen die starken Gegner Türkei und Belgien zu Beginn des Jahres. Und auch gegen die deutsche Mannschaft konnten keine drei Punkte eingefahren werden: Team Austria verlor am 3. Juni mit 1:2 in der Wiener Arena. Jetzt müssen sich Kicker und Trainer für die kommenden Spiele ein weiteres Mal gegen die vier harten Gegner behaupten.

 Vielleicht gibt es ja neue Fußballschuhe für die Elf, sodass einem brasilianischen Ballzauber nichts mehr entgegensteht. Denn so wichtig Dribbling und Pässe, Technik und Taktik – ohne komfortable und gleichzeitig speziell für dieses Ballspiel hergestellte Sportbekleidung geht auch bei den besten Spielern nichts. Im September weiß der Fußballfan mehr: Die österreichische Elf trifft in der Veltins Arena in Gelsenkirchen auf Deutschland, danach mit Heimvorteil auf das Team der Türkei. Und schließlich finden die letzten Begegnungen im Oktober 2011 gegen Aserbaidschan und Kasachstan statt. Mit 7 Punkten steht das österreichische Team momentan an der 4. Stelle in der Gruppe A, knapp hinter der Türkei. Die nächsten Wochen werden definitiv spannend.

Der Ö3 Callboy ärgert schon wieder einen Rapidler …

http://static2.orf.at/vietnam2/files/oe3/201130/0000f67f_157441.mp3

Österreich, 2. Liga

Blau Weiss Linz – TSV Hartberg 2:1 (1:1)
3.500 Zuschauer, Waldstadion Pasching
Schiedsrichter Schörgenhofer

Torfolge:
1:0 (22.) Poljanec
1:1 (23.) Huber
2:1 (67.) Arapovic

Saisonauftakt in der 2. österreichischen Liga! Jene Liga, welche von den greisen Herren des ÖFB den lyrischen Namen “Heute für Morgen” verpasst bekommen hat. Der Sinn? Wenn man schon keinen Namenssponsor für die Liga findet, soll sie wenigstens extrem dumm klingen. Das hat man geschafft. Eine Option wäre auch “Gestern am Abend Liga” oder “Morgen ist Spielfrei Liga” gewesen. Doch der Namenszug “Heute für Morgen Liga” hat sich dann bei den Entscheidungsträgern doch durchgesetzt.

Das blau weisse Linz ist seit 1996 wieder zurück im bezahlten Profifussball, und da mir das Spiel perfekt in den Terminkalender reingepasst hat, durfte ich natürlich nicht fehlen.

Knapp eine Stunde vor Spielbeginn herrschte bereits grosser Andrang vor den Stadionkassen.

Ich löhnte 18 Euro für einen Sitzplatz. “Freie Sitzplatzwahl” hätte ich, hiess es an der Kasse. Eine leere Versprechung, wie sich wenige Minuten später herausgestellt hat. Ich wurde von zwei Ordnern aufgeklärt dass ich richtigerweise eine Sitzplatzkarte hätte, die vorhandenen Sitzplätze aber VIP-Plätze wären, und ich kein Recht hätte diese zu benützen. Schlussendlich nahm ich aber trotzdem Platz. Mit freier Sitzlplatzwahl werben, und dann kurzerhand die vorhandenen Sitzplätze in VIP Plätze umfunktionieren. Ich gehe jetzt schon einige Jahrzehnte auf Fussballplätze, aber sowas habe ich echt noch nie erlebt.

Vor dem Spiel drängte sich noch ein christlicher Glaubensbruder in Szene. In einschlägigen Tageszeitungen wurde heute bereits über ihn berichtet. Der umtriebige Gottesdiener hatte damit gedroht die Kabine von Blau Weiss Linz mit Weihwasser zu bespritzen. Wahrscheinlich lastet ihn die Arbeit in seiner Kirche nicht aus. Wenn man die letzten Statistiken der Kirchenaustritte kennt, muss einem das auch nicht verwundern. Vielleicht hofft er ja die Fangruppe der “Linzer Pyromanen” mit Bibelgeschichten über brennende Dornbüsche begeistern zu können. Frei nach dem Motto, kommst Du nicht in die Kirche, kommt die Kirche eben zu Dir …

Weihwasserdusche für Blau Weiss Torhüter David Wimleitner. Seinen skeptischen Blick muss man glaub ich nicht mehr kommentieren.

Blau Weiss Linz begann mit einem 4-4-2, und man setzte die Gäste aus Hartberg gleich einmal ordentlich unter Druck. Chancen konnte man reichlich herausspielen, nur der Ball wollte nicht in das Tor. Vor allem der von Sturm Graz geholte und dort als “kompromissloser Vertragsabsitzer” bekannte Dominic Hassler drängte sich förmlich dazu auf als Chancentod bezeichnet zu werden. Vom Einsatz kann man ihm aber keinen Vorwurf machen. Auch seine Ballbehandlung konnnte sich sehen lassen. Es fehlte einfach das Glück im Abschluss. Vielleicht wird das ja noch in den kommenden Spielen, ansonsten könnte man Hassler ja auch hinter den Spitzen einsetzen.

Die Gäste aus Hartberg begannen etwas defensiver. Als einzige Spitze wurde Lukas Mössner aufgeboten. Der neue Trainer Kurt Garger möchte mehr auf die spielerische Linie setzen, hiess es vor dem Spiel. Man muss sagen dass hier Hartberg eine sehr starke Leistung abgerufen hat. Die Frage wie man diese Leistung einschätzen muss, wird man freilich erst in den kommenden Spielen sehen.

In der 22. Minute folgte der hochverdiente Führungstreffer für die Linzer durch den Slowenen David Poljanec. Die 24-jährige Neuwerwerbung aus Gleinstätten zeigte sich in hervorragender Form und scheint eine richtige Bereicherung für die Linzer zu sein. Ebenso stark präsentierte sich Philipp Huspek auf der linken Seite. Er kam vom SV Ried. Technisch und trickreich konnte er sich an der Linie fast immer durchsetzen und den Ball in die Gefahrenzone der Gäste bringen.

Nach der 1:0 Führung folgte aber sogleich der 1:1 Ausgleich. Es war eine Flanke in die Mitte, und Michael Huber stand goldrichtig per Kopf, der lange Ball war für Wimleitner nur schwer zu halten. Er versuchte sich noch zu strecken, doch der Ball flog elegant in die lange Ecke. 1:1 im Gegenzug.

Hartberg wurde danach immer stärker, doch auch Blau Weiss kam immer wieder zu guten Chancen. Mit 1:1 ging es in die Pause.

Nach der Pause hatte Hartberg zwischen Minute 46 und 50 die beste Phase. Blau Weiss Linz konnte wurde hinten eingeschnürt und konnte sich fast nicht mehr aus der eigenen Hälfte befreien. Das sah verdammt übel aus, denn Hartberg hat in dieser Periode einige Grosschancen. Doch ab der 51. Minute konnte sich Blau Weiss wieder erfangen. Trotzdem blieb Hartberg die spielbestimmende Mannschaft. Umso überraschender dann die Führung für die Gastgeber in der 67. Minute. Arapovic traf aus einem herrlichen Weitschuss.

In der Schlussphase wollte der Blau Weiss Trainer nichts mehr riskieren und die knappe Führung halten. In der 71. Minute ging Hassler, in der 83. Minute folgte Poljanec. Miksits danach die einzige Sturmspitze bei Blau Weiss Linz. Man muss sagen dass sich Michael Miksits verdammt schwer getan hat. Ob er sich in dieser Liga durchsetzen wird können? Ich habe da meine Zweifel. Poljanec und Hassler haben sich da schon stärker präsentiert. Zu allem übel wurde von Miksists auch noch eine Grosschance per Kopf nicht genützt.

Am Ende reichte es aber für die Linzer zum 2:1 Erfolg. David Wimleitner musste sich aber noch einige Male strecken und die 3 Punkte in den trockenen Bereich zu bringen. Es ging aber gut, und so gratuliere ich Blau Weiss Linz zu den ersten drei Punkten.

Sicher ein Gewinn für Hartberg: ein Herr Kobilik mit der Nummer 10, der abscheinend nur wenige Stunden vor dem Spiel verpflichtet worden ist. Nicht einmal 3 Stunden nach dem Spiel war sein Name in der offiziellen Bundesliga Datenbank zu finden. Auch auf der TSV Hartberg Seite suchte man die “Nummer 10″ vergebens.

Szene aus der 1. Halbzeit: Blau Weiss Linz in Abwehrkampf.

Glück für Blau Weiss Linz! Schiedsrichter Schörgenhofer gibt dieses reguläre Tor von Lukas Mössner nicht. Abseits wird angezeigt. Später zeigen es aber die Fernsehbider. Es war gleiche Höhe.

Blau Weiss Linz Torhüter David Wimleitner am Ball.

Auch Hartbergs Nummer 12, Stefan Rakowitz, fiel positiv auf. Sehr einsatz und lauffreudig bereitete er den Linzer Gegenspielern immer wieder Probleme.

Die Blau Weiss Linz Fans feiern das 1:0 durch David Poljanec.

Vor wenigen Wochen noch in der Bundesliga, heute bereits in der “Heute für Morgen Liga”. Wolfgang Bubenik (der verlohrene Sohn) im Duell gegen Cem Atan.

Das 2:1 für Blau Weiss ist soeben gefallen! Blau Weiss Manager Gerald Perzy lacht in das Publikum.

Rot auf schwarz.

Im Bild: Hartbergs Martin Zivny. Er begann das Spiel als Innenverteidiger und beendete es im Angriff. Holte sich auch oft die Bälle aus der eigenen Hälfte. Ein Spieler der mir nicht nur von seiner imposanten Figur aufgefallen ist. Ein Name den man sich merken muss? Mit 30 befindet er sich bereits im besten Fussballalter. Er kam von Dinamo Bukarest. Bestritt dort aber nur ein Spiel. Man kennt ihm die internationale Klasse aber sofort an. Beim 0:1 Gegentreffer liess er sich von David Poljanec aber zu leicht ausspielen.

Die letzten Sekunden laufen. Gespannt wartet Blau Weiss Trainer Thomas Weissenböck (links) auf den Schlusspfiff. Wenige Augenblicke nach dieser Aufnahme wurde er erlöst …

Litauen, 1. Liga (Lyga A)

FC Klaipeda – Zalgiris Vilnius 0:1 (0:1)
Stadion: Klaipėdos centrinis stadionas (Klaipėda), 230 Zuschauer
Schiedsrichter: Vijūnas Vasiliauskas
Tor: Arminas Vaskėla (39. Minute)

Zusammenfassung im Fernsehen: http://www.zalgiris-vilnius.lt/video/2568.html

Litauen ist das Land in dem die Würde des Fussballs mit Füssen getreten wird. Baufällige Stadien aus der Vorkriegszeit, VIP Tribünen ohne Sitzplätze dafür mit einem Loch am Boden, Vereine die mehrmals im Jahr den Namen ändern und nur zu dem Zweck gegründet werden damit man mindestens 8 Mannschaften in der Liga hat, kaum Zuschauerinteresse, und so weiter.

Als ich nach dem Weg zum Fussballstadion fragte, wurde ich sogar auf offener Strasse ausgelacht. Fussball? Was ist das? Noch nie davon gehört. So in der Art geht man mit diesem wundervollen Sport in diesem Land um. Nummer 1 ist eben Basketball. Hier ist man international sehr erfolgreich und eben nur das zählt für den nationalbewussten Litauer.

Eine kleine Stärkung vor dem Spiel. Es hat sehr gut geschmeckt.

Eine Stunde vor dem Spiel tut sich schon was. Ein Carlsberg Bierstand wurde aufgebaut. Der junge Verkäufer in gespannter Erwartung auf Kunden.

Der Zalgiris Vilnius Bus ist auch schon da. Nur von den Zalgiris Ultras ist noch nichts zu sehen. Sie befinden sich zu diesem Zeitpunkt noch am Weg nach Klaipeda. Dienstag, 18:00 ist ja auch nicht gerade eine ideale Anstosszeit für Auswärtsfans. Vor allem wenn der Anfahrtsweg so lange ist wie zwischen Vilnius und Klaipeda. Mit 5 Stunden Fahrtzeit muss man da schon rechnen.

An diesem Tag habe ich mich für das Spiel FC Klaipeda gegen Zalgiris Vilnius entschieden. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer dieses Spiel zu wählen, ist doch Zalgiris Vilnius bereits schon seit mehr als 10 Jahren meine litauische Lieblingsmannschaft. Die Farben (grün und weiss) und die Tradition + treuen als auch stimmgewaltigen Fäääns (für litauische Fussballverhältnisse) erinnern eben doch stark an Rapid Wien. Ausserdem bin ich ja oft in Vilnius und da liegt es eben auf der Hand dass mein Herz in Litauen nur für Zalgiris Vilnius schlagen kann. Zu Hause habe ich Zalgiris ja schon öfter spielen sehen. Nun sah ich Zalgiris zum ersten Mal in einem Auswärtsspiel.

Ich nütze die Gelegenheit und inspiziere den Rasen im 5-Meter-Raum.

Der heutige Gegner, FC Klaipeda, ist ein Klub aus der Retorte. Er wurde 2009 nur aus dem Grund in das Leben gesetzt damit damals die 1. litauische Liga, genannt “Lyga A”, mit 8 Mannschaften über die Bühne gehen konnte. Alle Ligen unter 8 Mannschaften werden von der UEFA nicht akzeptiert, und die litauischen Vereine wären nicht für Champions und Euro League spielberechtigt gewesen. Der wahre Verein in Klaipeda ist Atlantas. Beide Klubs aus Klaipeda spielen in der aktuellen Saison gegen den Abstieg. Derzeit hat FC Klaipeda mit einem Punkt die Nase vorn. Atlantas liegt auf dem 11. Platz dahinter. 5 Punkte dahinter steht Kaunas auf dem letzten Platz.

Bei Zalgiris scheint es nach vielen Jahren der Krise endlich wieder aufwärts zu gehen. Man spielt in dieser Saison ernsthaft um den Titel mit. Der letzte Meistertitel ist lange her. Er wurde im Sommer 1999 gefeiert. Im Anschluss ging es immer weiter bergab. Im Herbst 2009 war man sogar in der 2. Liga angekommen und spielte gegen den Abstieg. Sportlich schaffte man den Wiederaufstieg zwar nicht (6. Platz von 7 Mannschaften ist sportlich von einem Aufstieg weit entfernt), aber eine Saison darauf war man trotzdem wieder erstklassig. In Litauen geht das. Mit Geld und Beziehungen ist alles möglich. Als Fast-Absteiger spielte man die Saison darauf wieder in der 1. Liga mit und belegte auch den guten 3. Platz.

In der aktuellen Saison ist man der erste Verfolger des Tabellenführers Ekranas Panevėžys. Eine Mannschaft die derzeit den litauischen Fussball dominiert wie keine andere. In den letzten 3 Saisonen holte man sich den Meistertitel 3 Mal in Folge. Zalgiris muss wenn möglich in jedem Spiel voll punkten um an Ekranas dran bleiben zu können. Derzeit beträgt der Abstand 6 Punkte. Das ist die Ausgangslage für das heutige Spiel. Abstiegskandidat gegen Meisteraspirant.

Das Kassenhäuschen betrieben von zwei reizenden Damen. Die teuerste Karte für den VIP-Bereich kostete mich 10 Litas (etwa 3,40 Euro). Viel Wert scheint man aber nicht darauf legen dass sich jeder Zuschauer eine Eintrittskarte kauft. Ich musste mich für den Kauf einer Eintrittskarte regelrecht aufdrängen. War aber Ehrensache. :-)

Das Wappen des Retortenklubs.

Ich hatte noch etwas Zeit mich etwas im Stadion umzusehen. Hier geht es zu den Kabinen.

Doch dann ist es auch mal an der Zeit mich in meine VIP Louge zu begeben.

Dort muss man allerdings aufpassen wo man hinsteigt. :-)

Kurz vor dem Anpfiff traf ich, wie in Vilnius, wieder zwei Deutsche die sich das Spiel auch nicht entgehen lassen wollten. Dieses Mal kamen sie aus Dresden. Dynamo Fans versteht sich. Keine Dresdner SC Anhänger. Nach dem Spiel ging sich sogar noch ein Bier aus. Sie waren sehr lustig drauf und machten Witze im Minutentakt. Am nächsten Tag ging es für sie weiter nach Estland (Pärnu, 2. Liga) und später rauf nach Finnland. Die spielen ja auch im Sommer durch. Der litauische Fussball scheint bei den Deutschen jedenfalls sehr gut anzukommen.

Doch nun zum Spiel. Der Gastgeber FC Klaipeda begann mit einem 4-3-3 sehr aggressiv. Bei Ballbesitz der Zalgiris Verteidiger attackierten diese sofort und versuchten sie damit unter Druck zu setzen. Die Gäste aus Vilnius mussten dabei höllisch aufpassen, denn ein Ballverlust in so einer Situation und der Hut hätte gebrannt. Doch sie behielten eigentlich über fast die gesamte Distanz die Nerven. Zalgiris Vilnius spielte mit einem 4-5-1 eher defensiv. Der Spielaufbau eher behäbig. Der einzige Stürmer versuchte bei Angriffen zu erst immer den Ball zu halten bis die Mittelfeldspieler nachgerückt waren. Der Überraschungsmoment fehlte damit immer im Angriffsspiel der Hauptstädter. Torchancen waren eigentlich Mangelware. Die Gründe waren der langsame Spielaufbau von Zalgiris und ihre starke Abwehr. Trotz der 3 Stürmer von Klaipeda tat man sich sehr schwer die massierte Abwehrmauer zu durchbrechen. Zalgiris stand sehr gut und liess sich nicht aus der Reserve locken. Bei Ballverlust verteidigten fast immer 10 Mann. Nur der Stürmer blieb vorne stehen. Für den FC Klaipeda war es da natürlich sehr schwer irgend etwas zählbares herauszuschlagen. Kein Wunder dass Zalgiris aus den letzten 7 Partien nur ein Gegentor erhalten hatte, und selbst dabei nur ein Mal mehr als ein Tor schoss. Das ganze System beruht auf eine sichere Abwehr.

Zalgiris (grün/weiss) greift an. Klaipeda verteidigt.

FC Klaipeda versucht einen Konter einzuleiten. Die Solospitze von Zalgiris, Deivydas Matulevičius (9), möchte die Aktion noch gerne unterbunden wissen.

Die Zalgiris Verteidiger Georgas Fridgeimas (3) und Algis Jankauskas (5) gegen Klaipeda Stürmer Deividas Lukošius (9).

FC Klaipeda hat Sinn für Humor. Der brasilianische Import Armando Tarlazis Vieira Dos Santos und der Litauer Artūras Sobolis tragen die selbe Rückennummer.

Die Retortenultras von Klaipeda. Die Szenerie erinnerte mich jedenfalls frappierend an einen Red Bull Salzburg Sektor bei einem Auswärtsspiel.

Zalgiris Verteidiger Georgas Fridgeimas im Kampf um den Ball.

Direktübertragung mit 3 Kameras. Das wird von der Liga selbst finanziert. Damit möchte man die Fussballkonsumenten zu Hause animieren wieder öfter die Stadien zu besuchen. Ein litauischer Insider hat mir das jedenfalls in mein Ohr geflüstert. Einnahmen hat man damit keine. Die Übertragungen sind auch gratis im Internet verfügbar. Online Wettanbieter wie beispielsweise www.bet365.com nehmen das Angebot gerne an, und zeigen die Spiele der litauischen Liga auch live auf ihren Seiten. Man kann nur hoffen dass das Angebot noch lange Bestand hat.

6 Minuten vor der Pause dann die Führung für Zalgiris Vilnius. Es war eine herrliche Einzelaktion von Arminas Vaskėla, der auf engsten Raum 4-5 Gegenspieler stehen liess und dann aus etwa 12 Metern perfekt abschloss. Doch schon davor wurde ein völlig reguläres Tor für Zalgiris nicht gegeben. Mit 1:0 für die Gäste ging es in die Pause.

So eben erzielte Zalgiris das 1:0. Der Jubel hält sich in Grenzen, hat ja schliesslich auch jeder so erwartet.

In Hälfte zwei mühte sich Klaipeda weiter um ein Tor. Doch Unvermögen und eine starke Zalgiris Abwehr machte diesem frommen Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Bereits 10 Minuten vor Abpfiff konnte man davon ausgehen dass Zalgiris diese Partie locker nach Hause spielen würde. Zu abgeklärt und sicher agierte die Mannschaft, und Klaipeda hätte wahrscheinlich nur ein Weitschuss oder eine überragende Einzelaktion den Ausgleich gebracht. Doch dazu fehlte den Gastgebern die individuelle Klasse.

In Hälfte zwei spielt Zalgiris weiter souverän. Im Bild das Duell Edgaras Mastianica (Zalgiris) gegen Gediminas Kruša (Klaipeda).

Wieder Edgaras Mastianica im Duell um den Ball.

Solospitze Deivydas Matulevičius vergibt eine Riesenchance!

Mit den Fahrrad direkt auf die Tribüne. Das ist Fussball schauen in Litauen!

Blick auf die Haupttribüne. Es ist ein angenehmes Sitzen im Schatten. Dieser Dienstag Ende Juni war besonders heiss.

Der Zalgiris Auswärtsmob in Aktion. Ihre Unterstützung konnte sich sehen und hören lassen. 90 Minuten wurde durchgesungen. Die gelben Hemden wurden extra für dieses Spiel angefertigt. Aufdruck frei übersetzt: “In Klaipeda nur Atlantas”. :-)

Eine typische Szene des Spiels. FC Klaipeda greift an, und der ballführende Spieler wird sofort von zwei Gegner attackiert. Was bleibt ihm anderes als der Pass zurück? So kam es daher selten zu guten Einschussmöglichkeiten für Klaipeda.

Diskussionen: gelbe oder rote Karte für Zalgiris? Der Schiedsrichter beliess es bei gelb.

Es gab aber auch Szenen da kam Zalgiris Torhüter Marius Rapalis ordentlich in’s Schwitzen.

Das war jetzt aber die wohl grösste Ausgleichschance für Klaipeda. Toller Pass von Deividas Lukošius auf Mohamed Keita aus Guinea.

Doch anstatt alleine vor dem Tor abzuschliessen, spielt er noch einmal zurück …

… und sein Mannschaftkollege vergibt diese Einschussmöglichkeit kläglich. Entsetzt wendet sich der “beste Afrikaner am Platz” ab. Doch er muss sich da an die eigene Nase fassen. Er hätte die bessere Position zum Abschluss gehabt.

Das war es dann eigentlich. In den letzten Minuten tat sich nicht mehr viel. Zalgiris brachte das 1:0 dann über die Runden.

Zalgiris gewann durch eine hervorragende taktische Leistung völlig verdient mit 1:0. Man bleibt damit der erste Verfolger des Tabellenführers.

Nach dem Spiel ging es schnell aus dem Stadion zum Minibus in Richtung Zentrum. Nach dem Bier mit den Jungs aus Dresden, die ich auf ein Bier einladen durfte, was mich sehr gefreut hat, ging es schnellen Schrittes zum Hafen um mein Schiff zu erwischen.

Melancholischer Abschied von Klaipeda auf der Fähre. Es war ein wunderschöner Tag an den ich bestimmt noch lange zurückdenken werde.

Am Dienstag Morgen kam ich dann in der nordlitauischen Stadt Klaipeda an. Vor 1945 war die Metropole auch als deutsche Stadt Memel bekannt. Nach einer kleinen Runde mit einer persönlichen Reiseführerin (100 Litas – 45 Minuten) einem Besuch des Schlossmuseums und der Brauerei, stärkte ich mich noch mit einem Mittagessen und machte mich sogleich auf die Suche nach dem Stadion, in dem am Abend das Spiel zwischen FC Klaipeda gegen Zalgiris Vilnius stattfinden sollte.

Das Stadion befindet sich nahe am Meer. Wenn man beim Hafen ankommt, biegt man bei der ersten Strasse links ein und hält sich immer so nahe wie möglich am Meer. Ich ging über die Hauptstrasse “H. Manto Gatve” und kam über Kanto und Sportininku Strasse direkt zum Stadion. Eine bequeme Bus und Minibuslinie gibt es auch. Das Stadion ist dabei Endstation und eine Tafel gut und sichtbar auf den Bussen angebracht. Am Abend war ich zu gehfaul und nahm vom Zentrum den Minibus für 2,50 Litas. Einsteigen kann man in der H. Manto Gatve oder später noch in der Sportininku Gatve. Vorsicht! In der Kanto Gatve gibt es weder Bus noch Minibusverbindung.

Die Bezeichnung der Spielstätte lautet offiziell “Klaipėdos Centrinio Stadiono”. Früher dürfte es aber auch als Zalgiris Stadion bekannt gewesen sein. Zalgiris ist der Ort wo Litauen den deutschen Ritterorden, also den Vorgänger von Preussen, besiegt hat. Gibt auch Basketballvereine mit dem Namen “Zilgiris” und ist in Litauen allgemein eine sehr beliebte Bezeichnung für Sportstätten und Vereine.

Erbaut wurde das Stadion 1927. 1964 wurde es einer Renovierung unterzogen. Was genau renoviert wurde ist heute nicht mehr bekannt. Seit dem ist nicht mehr viel geschehen. Die Plastiksitze, die Anzeigetafel und der Kabinentrakt mit Sporthalle und Fitnessstudio scheinen jüngeren Datums zu sein. Wie das Stadion in der Hauptstadt Vilnius ist auch diese Sportstätte in einem sehr bedauernswerten Zustand. Sitzplatztribünen auf denen man nicht nur die Seele baumeln lassen kann, sondern auch seine Füsse. Die VIP Tribüne, die eigentlich baupolizeilich gesperrt werden müsste, mit einem Riesenloch in der Betondecke.

Früher fasste das Stadion 9.000 Plätze. Heute sind es offiziell nur noch 5.000. 230 Zuschauer kamen zum heutigen Spiel. Die Kapazität scheint somit mehr als ausreichend zu sein.

Das Stadion war immer die Heimstätte von Atlantas Klaipeda. Seit 2009 muss man sich die Anlage mit dem neuen Lokalrivalen FC Klaipeda teilen. Ein Verein aus der Retorte, der 2009 nur zu dem Zweck gegründet wurde dass die 1. Liga 8 Mannschaften aufwies und somit von der UEFA akzeptiert wurde. Ligen unter 8 Mannschaften werden von der UEFA nicht anerkannt und die Mannschaften wären damit auch nicht für Champions und Euro League spielberechtigt.

Ein Haus im Zentrum von Klaipeda. Dürfte noch von den Kämpfen aus dem zweiten Weltkrieg stammen. Um die Stadt wurde je heftig gekämpft.

Das andere Klaipeda. Moderne Hotels in Hafennähe.

Entlang der H. Manto Gatve geht es in Richtung Stadion. Bald musste ich aber links in die Sportininku Gatve abbiegen.

Die Sportininku Gatve kurz vor dem Stadion.

Endlich am Stadion angekommen. Es ist schon ein schöner Marsch vom Hafen zum Stadion.

Der Parkplatz.

Der Trainingsplatz innerhalb der Stadionanlage.

Kabinen, Fitnessstudio und Turnhalle. Sieht alles sehr neu und gepflegt aus. Dürfte erst vor kurzem errichtet worden sein.

Der erste Blick in das Innere des Stadions.

Hier kann man nicht nur die Seele baumeln lassen, sondern auch die Füsse.

Fällt einem da die Geldbörse oder das Mobiltelefon runter, hat man wohl Pech gehabt.

Die Tribüne hinter dem Tor dürfte noch original aus dem Jahr 1927 stammen.

Nur auf der VIP Tribüne ist man vor Regen und Sonne geschützt.

Das Atlantas Hotel hinter dem Tor. Es gehörte einmal dem gleichnamigen Fussballverein, doch nun ist die Bank der Eigentümer.

Hier geht es in Richtung VIP Tribüne.

Die überdachte VIP Tribüne von hinten …

… zumindest ist sie schön bemalt.

Die andere Hintertortribüne mit der Anzeigetafel. Die Anzeigetafel funktioniert übrigens. Ist keine Selbstverständlichkeit im litauischen Fussball.

Blick auf die Sporthallentribüne und dem Kabineneingang.

Hier ist wieder das Hotel gut erkennbar.

Nach dem Stadion beginnt der Wald. Links befindet sich das Meer.

Die Haupttribüne mit dem VIP Sektor im zweiten Rang.

So sieht er aus der VIP Sektor. Sitzplätze: Fehlanzeige. Nur ein Plastikstuhl für den Kommentator der Direktübertragung ist vorhanden. Der geschätzte VIP Gast muss stehen.

Hier muss der VIP Gast aufpassen wo er hintritt.

Litauen, 2. Liga

REO Vilnius – Nevėžis Kėdainiai 0:1 (0:0)
Beginn: 16:00 Freitag, 24. Juni 2011
Zalgiris Stadion Vilnius, 72 Zuschauer

Am Freitag den 24. Juni 2011 verschlug es mich zum Spitzenspiel der zweiten litauischen Liga in die Hauptstadt Vilnius. Der Tabellenführer REO Vilnius empfing zu Hause seinen unmittelbaren Verfolger Nevėžis Kėdainiai. Kėdainiai ist eine Kleinstadt mit etwa 30.000 Einwohnern, und liegt in der Mitte des Landes.

Beständigkeit und Tradition sucht man im litauischen Fussball vergebens. REO Vilnius ist da ein typisches Beispiel. Gegründet wurde der Verein 2005 als Polizeisportverein “Policija”. Innerhalb der letzten 6 Jahre seit Bestehen wurde bereits sage und schreibe 3 Mal (!) der Vereinsname geändert. 2008 von Policija Vilnius in REO LT. 2011 von REO LT in FC Vilnius und im selben Jahr von FC Vilnius in REO Vilnius. Das klingt alles sehr verrückt, ist es auch, aber im litauischen Fussball durchaus die Regel. Zumindest läuft es sportlich. Man ist amtierender Tabellenführer und drauf und dran von der untersten (der 3. Liga) den direkten Durchmarsch in die höchste Spielklasse zu bewerkstelligen.

Eher als Traditionsklub kann man da den heutigen Gegner bezeichnen. Nevėžis Kėdainiai existiert schon seit 1962. Der Verein hat sich nach dem Fluss Nevėžis benannt, der durch die Kleinstadt fliesst. Nevėžis Kėdainiai also wie etwa Donau Linz, wobei die Donau und die Stadt Linz grössere Dimensionen aufzuweisen haben als Nevėžis und Kėdainiai, aber egal. Nevėžis Kėdainiai konnte bereits drei Mal die litauische Meisterschaft erringen (1966, 1972 und 1973). Seit 4 Saisonen ist man zweitklassig. 2005 und 2006 spielte man in der obersten Liga. Man konnte sich dauerhaft aber nicht behaupten und präsentierte sich in beiden Saisonen als typischer Punktelieferant. Zwischen 1997 und 2003 spielte dauerhaft in der 1. Liga. Man konnte sich aber auch damals nie im Spitzenfeld positionieren.

Kommen wir also zum betreffenden Spiel. Ohne Internetz hätte ich wahrscheinlich nie vom diesem Spiel erfahren. Warum? Plakate, Spielankündigungen oder irgendeine Information beim Stadion waren nämlich absolute Fehlanzeige. Der Anstoss wurde an diesem Freitag für 16:00 versprochen. Das heisst nicht viel. Oft werden solche Spiel nämlich kurzfristig verschoben oder abgesagt. Den Veranstaltern ist es egal, weil sich das Zuschaueraufkommen sowieso in Grenzen hält. Besonders wenn es sich um Mannschaften wie REO Vilnius handelt.

Auf dem Weg zum Stadion. Freitag Nachmittag in Vilnius, und dann auch noch ein Feiertag. Dementsprechend leer waren die Strassen.

Am Stadion angekommen. Es deutet noch nichts auf das Spitzenspiel der zweiten litauischen Liga hin.

Ich kam also eine Stunde vor Anpfiff beim Stadion an. Der Nachwuchs trainierte am Feld, einige Leute standen demotiviert im Stadionbüro herum, von einem in einer Stunde beginnenden Spitzenspiel der zweiten litauischen Liga konnte man aber noch nichts erkennen. So nutzte ich die Zeit und entschloss eine Runde um das Stadion zu spazieren. Neben dem Stadion steht gleich eine Basketballhalle, und da tat sich etwas mehr. Angeblich fand zu diesem Zeitpunkt gerade eine Basketball Weltmeisterschaft statt. Estland gegen China? Ich weiss es nicht. Vor der Halle standen massenweise Busse aus Estland und rund um die Halle knippsten einige Chinesen in Nike Klamotten und Kapperl mit ihren Digitalkameras wie wild die Halle. Daher meine Annahme es könnte sich um die Basketballpartie Estland gegen China gehandelt haben.

Der Haupteingang. Keine Plakate, keine Hinweise, einfach nichts dass hier bald ein Fussballspiel vermuten lassen könnte.

Die Kassenhäuschen blieben geschlossen.

Die Runde um das Stadion zog sich etwas, da noch ein Trainingsfeld zum Stadionbereich gehörte, und auf der Seite gegenüber ein Wohn und Bürokomplex stand der erst einmal umgangen werden musste. Es handelt sich dabei um das Zalgiris Stadion. Die Heimstätte von Zalgiris Vilnius. Sozusagen das Rapid Litauens. Die Farben grün und weiss, und DER Fussballverein in Litauen. Gegründet 1947 als FK Dinamo, zwischen 1948 und 1962 als Spartakas bekannt, einigte man sich 1962 endlich auf den Namen Zalgiris und sah von weiteren Namensänderungen Gott sei Dank ab. Errichtet wurde das Stadion unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg von deutschen Kriegsgefangenen. 1950 fand die Eröffnung statt. Ein makaberes Detail am Rande: das Stadion befindet sich auf einem ehemaligen jüdischen Friedhof.

Auf meinem Rundgang. Blick auf das von deutschen Kriegsgefangenen erbaute Fussballstadion.

Die Mühe den Zaun einzutreten war umsonst. Der Eintritt war ohnehin gratis, und für die erste Liga ist das Stadion bereits gesperrt. Zalgiris Vilnius trägt seine Heimspiele derzeit in der “Fussball Manege” (Fussballhalle mit Kunstrasen), oder in den Nationalstadien von Kaunas oder Marjiampole aus.

Als ich zum Haupteingang zurückgekehrt war, schloss ich mich einem älteren Herrn an, der auch zum Fussball zu gehen schien. Eintrittskarten? Nein, die brauchte man nicht. Man spazierte einfach durch das Tor und erklomm die Haupttribüne. Die Zuschauer die bereits Platz genommen haben konnte man schnell abzählen. Würde man da noch Eintrittsgeld verlangen, wäre Funktionäre, Schiedsrichter und Akteure wohl alleine im Stadion. Bei Spielbeginn zählte ich genau 72 Zuschauer (ohne Trainer und Ersatzspieler).

Die Haupttribüne einige Minuten vor dem Anpfiff. Im Anschluss kamen aber dann doch noch einige Zuschauer mehr, und ich zählte am Ende 72 Zuschauer.

Das Stadion ist für Erstligaspiele gesperrt. Seit dem Bau nach dem 2. Weltkrieg ist hier nicht mehr viel passiert. Fussball wird in Litauen sehr stiefmütterlich behandelt. Vor wenigen Jahren war dies noch das Nationalstadion. Inzwischen ist es schon in einem sehr bedauernswerten Zustand.

Hier hilft wohl nur noch ein kompletter Abriss und Neubau. Mit kosmetischen Veränderungen ist man da am Holzweg.

Rauf auf den zweiten Rang der Haupttribüne.

Das Spiel hatte noch nicht begonnen, da bemerkte ich zwei Reihen unter mir zwei Zuschauer die sich in deutscher Sprache unterhielten. Es stellte sich heraus dass sie extra aus Stuttgart angereist waren, und sich das Spitzenspiel der zweiten litauischen Liga auch nicht entgehen lassen wollten. Sie stellten sich in den folgenden 90 Minuten als nette und interessante Gesprächspartner heraus. Auch ein Litauer wurde auf uns aufmerksam und fragte noch einmal nach: “Ihr kommt extra von Deutschland nach Litauen um ein Spiel in unserer 2. Fussballliga zu sehen?” Als die beiden Stuttgarter dieser Frage bejahten, brach er in Gelächter aus. Er trug übrigens eine FC Barcelona Regenjacke (ja, es goss in Strömen), und dass er ausgerechnet beim Tabellenführer aufgetaucht ist, dürfte wohl auch kein Zufall gewesen sein. Typischer Gloryhunter eben. Wäre REO Vilnius am 4. oder 5. Platz gestanden, hätten wir den sicher nicht getroffen, wetten?

Es geht los! Die Mannschaften laufen ein.

Beide Mannschaften starteten mit einem 4-5-1 und liessen die Sache einmal gemächlich angehen. Hier wollte keiner verlieren und kein unnötiges Risiko eingehen. Im Laufe des Spiels hatte die Heimmannschaft die besseren Einschussmöglichkeiten. Doch Torchancen waren rar, und die wenigen die sich ergaben wurden nicht genützt. Beide Mannschaften glänzten mit kompakten Abwehrreihen. Nur selten ging da etwas durch. Vor allem REO Vilnius tat sich da sehr schwer. Das Ergebnis waren haarsträubende Weitschussversuche die irgendwo landeten, nur nicht in der Nähe des gegnerischen Gehäuses. 0:0 ging es in die Pause.

Die Gäste in gelb und blau begnügten sich am Beginn der Partie mit dem hin und herschieben des Balles in den eigenen Abwehrreihen. Der einzige Stürmer von REO Vilnius sparte es sich auch die gegnerischen Verteidiger in dieser Situation unter Druck zu setzen.

Eine typische Szene. REO Vilnius (grün) im Angriff, doch vor dem 16 Meter Raum war meist Endstation.

Auch in diesem Fall kam REO Vilnius nicht durch.

Nevėžis Kėdainiai zog sich bei Ballverlust schnell mit fast allen Spielern in den eigenen 16er zurück. So sah das dann in etwa aus wenn sich REO Vilnius wieder einmal mehr vorne festlief. Man fand einfach kein Rezept gegen die massierte Abwehr der Gäste.

Nevėžis Kėdainiai Torhüter voll konzentriert.

Gefährliche Betreuerbank für die Gäste. Als der Ball einmal das Dach trifft, löst sich ein Metallteil. Wäre der Nevėžis Trainer etwas mehr links gesessen, hätte es zumindest einen blutigen Kopf gegeben. Das Glasdach hat übrigens schon vor dem Spiel so ausgesehen. Das war nicht der böse Ball an diesem Tag.

Als die Gäste aus Kėdainiai die Hilfslosigkeit des Tabellenführers erkannten, wurden sie in der 2. Hälfte etwas mutiger. Durch Unachtsamkeiten kam REO Vilnius nun aber auch wieder zu den Einschussmöglichkeiten die teilweise aber kläglich vergeben wurden (zB alleine vor dem Torwart). Trotzdem muss man aber sagen dass man ab der 60. Minute nicht wirklich gemerkt hat, wer hier der gastgebende Tabellenführer war und wer als verfolgende Gastmannschaft kam. Nevėžis Kėdainiai kam nun auch öfter nach vorne und ein herrlicher Volleyschuss aus etwa 16 Metern schlug in der 82. Minute unhaltbar für den REO Torhüter im Netz der Gastgeber ein.

REO Vilnius kommt zwar auch in der zweiten Halbzeit zu Einschussmöglichkeiten, doch es gelingt ihnen kein Tor.

Nevėžis Kėdainiai traut sich im Anschluss immer mehr zu.

Der Torjubel in der 82. Minute.

In den letzten Minuten wurde die Partie dann etwas ruppiger. REO Vilnius wollte den Triumph der Gäste noch mit allen Mitteln verhindern, doch Nevėžis Kėdainiai liess da nichts mehr anbrennen und hätte in den letzten Sekunden mit etwas Glück auch noch das 2:0 erzielen können. Unvermögen von REO und die starke Defensivleistung der Gäste haben sich in den Schlussminuten fortgesetzt, wobei REO auch zu keinen dicken Chancen mehr gekommen ist. Nur noch mit unnötigen Härteeinlagen konnte man auf sich aufmerksam machen. Der Sieg war den Gästen aber nicht mehr zu nehmen.

In den letzten Minuten wird das Spiel noch durch einige Härteeinlagen geprägt.

Die letzten Sekunden laufen. Nevėžis Kėdainiai erkämpft sich den Ball …

… an der rechten Seitenlinie geht es vorwärts …

… der Spieler der Gäste zieht in den Strafraum …

… legt zurück in die Mitte …

… und der anschliessende Abschluss geht ganz knapp über das Tor. Das war die letzte Chance. Es folgte der Schlusspfiff!

Nach dem Spiel war es auch mit dem Regen vorbei. Im selbstgebastelten Fanbus feierte der Nevėžis Anhang ausgelassen den Triumph gegen den Tabellenführer. Vor der Heimreise zog man anscheinend noch eine Ehrenrunde durch Vilnius. Die ganze Stadt soll es wissen. Nevėžis hat gewonnen!

… auch wenn es im basketballverrückten Litauen wahrscheinlich keine Menschenseele interessiert hat, und in Vilnius die Mehrheit nicht einmal von der Existenz “ihres” Noch-immer-Tabellenführers der zweiten Fussball Liga wissen dürfte.

Das letzte Bild in dieser Rubrik.

Ein Regenbogen am Sonntag Abend.

Wenn es jemand wissen will wie es bei mir weitergeht, bitte immer auf die Hauptseite schauen: www.rapidler.at

Berichte über Fussballspiele oder ähnliches wird es bestimmt bald mal wieder geben.

Mittagessen an einem Donnerstag um etwa 10:30.

Das war ein heisser Montag. Schön dass er vorbei ist.

6 Stück. Preis: 2 Euro.

Schlechte Idee.

Parkhaus Plus City. 5. und letzte Etage. Alles voll.

Dehner Gartencenter in Pasching um etwa 9:35. 100 Euro sind da schnell weg. :-)

Monaco – Olympique Lyon
Beginn: Sonntag, 21:00
Quoten: 3,00 – 3,20 – 2,40
Tipp 1 AH +0,5
Quote: 1,52

Monaco
18. Platz von 20.
Heimbilanz: 5-9-4.
Heimform: 2-2-1.
Form: 1-3-1.

Olympique Lyon
3. Platz von 20.
Auswärtsbilanz: 5-6-7.
Auswärtsform: 1-2-3.
Form: 1-2-2.

Ein sehr dankbares Spiel für mich. Es ist die letzte Runde in der französischen Meisterschaft. Für Monaco geht es gegen den Abstieg. Für Olympique Lyon geht es darum den Champions League Quali Platz abzusichern. 2 Punkte hat man Vorsprung auf PSG. Eigentlich 3 Punkte, da man auch das bessere Torverhältnis aufweist. Aber wenn man verliert, und PSG auswärts gegen Saint Etienne gewinnt, dann muss man sich mit der Euro League begnügen.

Trotzdem setze ich hier auf Monaco. Die Mannschaft hat mehr zu verlieren als Lyon, und es nützt ihnen nur ein Sieg um wirklich von da unten wegzukommen.

Monaco ist zu Hause schwer zu schlagen. Nur eine Heimniederlage verzeichnete man in diesem Jahr. Lille, Rennes, PSG, und Marseille. Alle konnten sie heuer Monaco nicht besiegen. Ausserdem steht die Monaco Defensive zu Hause gut. Nur 3 Gegentore aus den letzten 5 Heimspielen. Nur ein einziges Mal kassierte man mehr als ein Tor. 3 Mal spielte man “zu null”. 4 Mal trafen die Gäste nur ein einziges Mal. Der Trumpf von Monaco ist daher die starke Defensive.

Olympique Lyon konnte aus den letzten 4 Auswärtsspielen nur ein Tor erzielen. 3 Mal verlor man “zu null”. Im letzten Auswärtsspiel reichte es gegen Brest zumindest zu einem 1:1.

Fazit: Monaco heimstark und relativ gut in Form. Olympique Lyon ausser Form und auswärts auch gerade nicht eine Macht. Eigentlich müsste mein Tipp aufgehen.

23:55 … Unglaublich! Monaco muss absteigen!!!

Monaco – Olympique Lyon 0:2

WETTE VERLOREN!

© Bild: Ron Sumners | Dreamstime.com

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